ERSTE ERFOLGE
IM GARNRECYCLING erleben

Kreislaufwirtschaft ist ein großes Thema und beschäftigt aktuell Konsumenten und Produzenten mehr denn je. Wie können Reststoffe ökologisch und ökonomisch in den Kreislauf rückgeführt werden? Das Bludenzer Unternehmen Getzner Textil hat dies in einem Pilotprojekt gezeigt.

Die TFE Textil GmbH, ein Tochterunternehmen der Getzner Textil AG, fertigt technische Gewebe aus Polyester-Garn, die beispielsweise im Auto motivbereich zum Einsatz kommen. Im Herstellprozess werden die Gewebe entlang der Webkante begradigt. Dabei fallen Reststoffe an, die wiederum als Rohstoff dienen können. In Zusammenarbeit mit dem österreichischen Recycling-Spezialisten Erema Group wurde nun versucht, von diesem Reststoff zum Ausgangsmaterial zurückzukommen. Dazu wurden die Reststoffe gesammelt, eingeschmolzen, zu Granulat verarbeitet und von einer Spinnerei zu neuem Garn gesponnen. Schließlich stellte TFE daraus wieder das ursprüngliche Gewebe her, ohne Einbußen in der Materialqualität.

Weitere Herausforderungen
Die technische Machbarkeit des Vorhabens ist damit erfolgreich bewiesen und auch die Kundennachfrage nach recycelten Alternativen ist groß. Im Falle dieses erfolgreichen Pilotprojekts handelt es sich um die Aufarbeitung eines sortenreinen Sekundär rohstoffs. Dem gegenüber steht der Großteil der Textilabfälle, der nicht sortenrein ist, sondern aus Materialmischungen besteht. Diese Tatsache stellt die Industrie vor Herausforderungen. Denn Materialmischungen in verschiedenen Zusammensetzungen müssen in den meisten Fällen erst aufwendig getrennt werden, um weiterverarbeitet werden zu können. Selbst reine Baumwolle kann nicht – wie synthetische Garne – einfach eingeschmolzen, zu Granulat verarbeitet und neu gesponnen werden. Auch hier arbeitet Getzner im hauseigenen Entwicklungscenter und in Zusammenarbeit mit Hochschulen und führenden Textilforschungseinrichtungen an Recyclingmöglichkeiten. Neben der Entwicklung von Recycling-Technogien ist die Etablierung einer geeigneten Infrastruktur essenziell, um rückgeführte Materialien – egal welcher Art – überhaupt anbieten zu können. Die Aufbereitung von Reststoffen ist zweifelsohne sinnvoll, jedoch immer mit zusätzlichen Kosten und Energieaufwand verbunden.

Texte von Manuela de Pretis

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